Das Ritual (Integration - Teil 2)

"Ein Ritual ist eine Handlung getränkt von Bewusstsein, die in einem größeren Zusammenhang steht."


Was bedeutet das?


    Handlung

Ein Ritual zeichnet sich dadurch aus, dass ich handele. Gesänge, rituelle Haltungen oder Bewegungen, Gebete etc. geben mir die Möglichkeit, in Aktion zu sein.


    Bewusstsein und Absicht

Ich bin ganz da. Meine Gedanken sind ausgerichtet auf die Handlung, die ich vollführe. Ich bin gesammelt im Augenblick und mir meiner Gefühle, Gedanken und Körperempfindungen bewusst.
Und ich habe eine klare Absicht, eine Ausrichtung, was ich ermöglichen möchte durch mein Ritual.


    Zusammenhang

Ein Ritual hat eine Form, das bedeutet, es braucht mindestens einen eindeutigen Anfang und ein eindeutiges Ende.

Und es hat einen Bezugsrahmen, also eine größere Dimension, in die es eingebettet ist und mit der es uns verbindet. Bei dem Ritual das ich im ersten Beitrag beschrieben habe ist der Bezugsrahmen der Gang von Tag und Nacht, die Bewegung der Erde um die Sonne.


Das Ritual öffnet Räume des Erlebens. Ich nähere mich meiner Ganzheit an. Es ermöglicht mir, mich selbst zu sammeln, mein Bewusstsein und meine Kraft zu bündeln und in eine Handlung umzusetzen. Dadurch schaffe ich einen kraftvollen Impuls in mir und aus mir heraus.

So erschaffe ich für den Augenblick des Rituals in mir einen Zustand, der kraftvoller und klarer ist, als mein alltägliches Ich. Achtung: „kraftvoller“ meint nicht anstrengender!
Aus diesem Zustand heraus sind sowohl Einsichten als auch Lösungen möglich, die mir sonst unerreichbar erscheinen.

Und es wird sogar noch besser:

Mit der Zeit gewöhne ich mich an diesen Zustand von Sammlung und Möglichkeit!

Und je mehr ich mich daran gewöhne, desto mehr wird daraus mein neuer alltäglicher Zustand. Ich gewöhne mich daran, Einfluss auf mein Leben zu haben, ich bin es gewohnt, mir meiner selbst bewusst zu ein und aus diesem Erleben heraus mein Leben zu gestalten und zu genießen.

 Für unser Thema von Integration bedeutet das, dass gar nicht immer am wichtigsten ist, was für ein Ritual ich gerade vollziehe. Sondern, dass ich überhaupt ein Ritual durchführe, erzeugt schon einige der wichtigsten Effekte:

Ich lerne, mein Bewusstsein zu versammeln und meine Kraft einzusetzen.
Ich integriere Denken, Fühlen und Handeln miteinander.
Ich übernehme Verantwortung für mich und gestalte mein Leben.

Einen größeren Gefallen kann ich mir kaum tun, als die Kraft der Rituale und dieses Zustands ritueller Sammlung in mein Leben zu holen.

Einen Vorschlag für ein Ritual zum Wechseln von Tag und Nacht, habe ich im ersten Eintrag beschrieben, weitere werden folgen.

Ich wünsche Euch viel Freude dabei!

Auf bald,

Johannes


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